Oelsnitz Erzgebirge

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„Blütenträume - Lebensräume"

Oelsnitz will „Balkonerlebnis" schaffenbalkon5

 Beim Gelände für die Landesgartenschau 2015 han­delt es sich weitestgehend um das Areal des ehemaligen Verschiebebahnhofs. Damit saniert Oelsnitz ein Stück Bergbauhinterlasse­nschaft und bezieht zugle­ich die Historie ein.

 VON VIOLA HEIDRICH

 OELSNITZ - Das frühere Herzstück des Steinkohlenbergbaureviers Lugau-Oelsnitz wird zur grünen Oase. Denn dort, wo in reichlich vier Jahren die Landesgartenschaubesuch­er flanieren und später die Oelsnitzer einen grünen Freizeitbereich haben werden, befand sich der zentral­e Umschlagplatz für Steinkohle, Holz, Treibstoff und Stahl. Auf zwölf Hektar Gleisanlagen wurden täglich 1000 Waggons ver- und entladen.

Die Steinkohlefunde im 19. Jahrhu­ndert hatten der Region nicht nur einen Entwicklungsschub und Wohlstand gebracht, sondern zogen auch tiefe Eingriffe in die Natur nach sich. Diese heute noch sichtba­ren Bergbaufolgen werden mit der Gestaltung des Areals nicht nur sa­niert, sie werden bewusst einbezo­gen. Ein „Balkonerlebnis" will man den Besuchern dank der Höhendif­ferenzen schaffen, sagt denn auch Joris Schofenberg von der Kommu­nalentwicklung Mitteldeutschland GmbH (KEM), der das Oelsnitzer Projekt „Blütenträume - Lebensräu­me" gemeinsam mit seinem Kolle­gen Michael Kroll erarbeitet hat.


„Das Konzept zielt auf Dauerhaftigkeit.“

Joris Schofenberg KEM-Projektentwickler


Eingebunden wurden auch die einst für die Bergbaugrube angelegten und inzwischen sanierten Betriebs­teiche, der alte Bahnkörper und die historischen Stellwerke. In denen könnte sich Architekt Kroll gastro­nomische Einrichtungen vorstellen.

Das Gartenschaugelände gliedert sich in vier Teilbereiche, deren Pro­jektnamen die historische Nutzung ebenso widerspiegeln wie ihre Auf­gabe während des grünen Ereignis­ses: Bahnhofswald, Teichlandschaft, Gleispark und Abrollberg. Letzterer wird der Zugang vom Stadtzentrum aus. Den Haupteingang für die Besu­cher von außerhalb bildet das Bahn­hofsgebäude, von dem aus diese über eine breite Brücke über die Gleise ins Gartenschaugelände ge­führt werden sollen. Zwei Gleise sind es heute - die der City-Bahn, welche Schofenberg als großen Trumpf für Oelsnitz ansieht. Hat sich die Bahn doch schon zum Sach­sentag als Zubringer bewährt.

Mit 12,2 Millionen Euro Gesamt­investition zuzüglich 2,8 Millionen für die Durchführung rechnet Kroll. Abzüglich Fördermittel aus dem Eu­ropäischen Sozialfonds - das Gelän­de befindet sich im Fördergebiet „Bergbaustandort Oelsnitz" - und dem 3,5-Millionen-Euro-Zuschuss durch den Freistaat bleiben 3,5 Mil­lionen Euro Eigenanteil für die Stadt. „Finanzierbar" heißt es. Und: „Das Konzept zielt auf Dauerhaftig­keit", sagt Schofenberg. Was bleibt, sind schließlich ein Bürgerpark und ein großer Schritt Richtung „Erleb­bare Bergbaustadt" - dem obersten Stadtentwicklungsziel.

Freie Presse vom 04.02.2011



 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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