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Die Blütenträume werden reifen

Großer Bahnhof für Landesgartenschau in Oelsnitzgrosser_bahnhof2

Am 24. April wird der erste Spatenstich gesetzt

Oelsnitz. Wenn Bernd Birkigt erzählt, sieht sein Gegenüber das blühende Terrain der Landesgartenschau (LGS) regelrecht vor sich: eine grüne Oase mit Teichlandschaft, Gärten, Spielplätzen, Pavillons, Themenparks, grünem Klassenzimmer, einem riesigen Blumenmeer ... Die Entwürfe sind komplett. Und Birkigt, einer der beiden Geschäftsführer der LGS-GmbH, ist sicher: "Die Blütenträume werden reifen." Das heißt, der alte Verschiebebahnhof des einstigen Bergbaureviers Lugau-Oelsnitz wird umgekrempelt, die durch den Bergbau zerstörte Natur zu neuer Blüte gebracht.

Tradition bestimmt Garten

Dabei, so versichern die Akteure, wird die Geschichte des Areals nicht untergegraben. Nahm doch von hier aus einst die Steinkohle ihren Weg zur Weiterverarbeitung in alle Himmelsrichtungen. "Deshalb binden wir viele Dinge, die mit dem einstigen Bahnhof, mit dem Bergbau zu tun hatten, in das Ensemble ein", so Birkigt. "Wobei man aufpassen muss: Es soll eine Gartenschau und nicht die Geschichte eines Bahnhofes dargestellt werden."

Das Areal ist 15 Hektar groß und zieht sich über eine Länge von 1,5 Kilometer. Der Bahnhof hat den Ort einst zerschnitten, die LGS soll ihn wieder vereinen. Für Investitionen gab es vom Land Fördermittel in Höhe von 3,2 Millionen Euro, für die Durchführung der Schau nochmals 500.000. Die Stadt Oelsnitz selbst investiert in diesem Jahr 6,4 Millionen Euro in Bauvorhaben, die mit der LGS zusammenhängen.

Ein guter "Mutterboden" für das gedeihen ist aufgebracht. Der "Freundeskreis 7. Sächsische Landesgartenschau Oelsnitz/Erzgebirge 2015" , im Juni 2012 angetreten, hatte sich auch das Ziel gestellt, "Mitmacher" zu gewinnen. Derer gibt es mittlerweile viele. Zu den Partnern gehören neben den Landesverbänden der Gärtner und Floristen etwa der Tourismusverband Erzgebirge, das Bergbaumuseum Oelsnitz, der Verband der Kleingärtner, Anglerverein, Kirchen, Firmen und Sponsoren. Die Organisatoren versprechen Besonderheiten. So ist eine bestehende Kleingartenanlage in das Konzept eingebunden. "Das gab es erst einmal in Sachsen und zwar zur Schau in Großenhain", sagt Jochen Heinz, der zweite Geschäftsführer der LGS. "Wir werden elf Gärten der Sparte Reichsbahn einbeziehen. Die Gartenfreunde ziehen tüchtig mit." "Wir stellen unseren Bereich Drehscheibe zur Verfügung", berichtet Jürgen Förster vom Gartenverein. Drehscheibe? "Da wurden einst die Waggons so gedreht, dass sie an den für sie bestimmten Zug angekoppelt werden konnten." Durch das Gebiet wird der Hauptweg führen, der neu entsteht. Es wird ein Grillplatz gebaut und der Landesverband der Kleingärtner stellt seine Präsentation vor. "Sicher sind das für unsere Mitglieder auch Belastungen, doch dafür wird alles schöner. Und Gespräche übern Gartenzaun haben immer ihren Reiz."

Auch Angler sind mit von der Partie. Schließlich gibt es im Gelände zwei Teiche. Auch die Petrijünger müssen zur LGS mit Einschränkungen leben. "Macht nichts, ist doch auch unsere Gartenschau", meint Joachim Winkler, Vorsitzender des Anglervereins St. Petrus Oelsnitz. "Gut, dass das Areal auf Vordermann gebracht wird. Davon profitieren wir auch." Die Angler fischen mit ihren Ideen nicht im Trüben: "Da das sächsische Angelgesetz gelockert wurde, können wir unbürokratisch mit Kindern ein Schauangeln veranstalten", sagt Winkler. Zudem haben sich die Angelfreunde vorgenommen, auf dem LGS-Gelände einige Pflanzen in den Boden zu bringen.

Bürger- und Familienpark bleibt

Jochen Heinz, der bereits alle sechs Landesgartenschauen begleitet hat, sagt, dass jede Schau ein Alleinstellungsmerkmal haben muss. Das ist in Oelsnitz eben das "Spiel" mit der Bahnanlage. So wird sich ein Bahndamm in einen Rosenhügel verwandeln. Zwei Stellwerke werden saniert. Eines wird durch einen Foyeranbau mit der neuen Blumenhalle, in der wechselnde Schauen stattfinden, verbunden. Vom Stellwerk aus haben Gäste dann einen guten Überblick übers Gelände. Den gibt es auch vom "Erzgebirgsbalkon" - einst durch das Aufschütten von Haldenmaterial entstanden. Die höchste Stelle liegt immerhin neun Meter über dem Gelände.

Klar, zu einer LGS gehören auch Bäume - große. Aber die kosten - einer um die 5000 Euro. Deshalb wurde die Aktion "Baumstifter" gestartet. "Im Gespräch sind ein Dutzend Bäume - und es gibt schon Anfragen von Firmen ", sagt Birkigt. Klar ist, dass der Landrat des Erzgebirgskreises, Frank Vogel (CDU), eine Zerreiche stiften wird.

Am Ende der LGS wird es fast nichts geben, was nicht bleibt, versichern die Organisatoren. Es wird ein großer Bürger- und Familienpark bleiben.

  Freie Presse erschienen am 18.03.2013 ( Von Renate Färber )

 Bild:

 Blick in die Zukunft. Oelsnitz investiert dieses Jahr 6,4 Millionen Euro in Bauvorhaben, die in Verbindung mit der Schau stehen.

Foto: Station C23/Leipzig



 
 
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