Oelsnitz Erzgebirge

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„Wir sind alle ein bissel aus dem Häusl"

 Das sächsische Kabinett hat seine Entscheidung getroffen: Nach dem Tag der Sachsen 2010 holt Oelsnitz nun auch die Landesgartenschau 2015 ins Erzgebirge.ausrichter2

 VON VIOLA HEIDRICH

 OELSNITZ/DRESDEN - Ein Rathaus in Feierlaune. Nachdem gestern Mittag klar war, dass die 7. Landesgarten­schau Sachsens in Oelsnitz stattfinden wird, hat „alles, was Beine hat, mit einem Glas Sekt drauf angesto­ßen", so Bürgermeister Hans-Ludwig Richter (parteilos). Punkt 13:04 Uhr traf das Glückwunsch-Fax von Um­weltminister Frank Kupfer im Oels­nitzer Rathaus ein, schon kurz zuvor hatte Beigeordneter Jens Barnickel die frohe Kunde über die Flure der Stadtverwaltung getragen.

Geschwindigkeit war in dem Fall keine Hexerei: Er hatte am Compu­ter „ständig auf die Homepage des Umweltministeriums gestarrt und sie pausenlos aktualisiert", be­schreibt der Beigeordnete die An­spannung, die vor der Entscheidung herrschte. Während auch der Bür­germeister von „Spannung bis zu­letzt" spricht, war sich Hauptamts­leiterin Ilona Schaarschmidt der Sa­che offenbar sicher. Fast kein Auge habe sie in der Nacht zugetan, das sei ein Zeichen gewesen, erklärt sie la­chend. „Wir sind alle ein bissel aus dem Häusl", umreißt Bürgermeister Richter die Situation an diesem Nachmittag im Haus. „Heute genie­ßen wir es, ab morgen heißt es dann, die nächsten Schritte zu beraten."

Dazu gehöre, die „Erfahrungs­schätze abzugreifen", die andere Ausrichter gemacht haben, eine Or­ganisationsstruktur aufzubauen, vielleicht auch, den Nachtragshaus­halt zu ordnen. „Bis jetzt war ja alles Theorie, nun beginnt die Praxis." 16o.ooo Euro hatte man vorsorglich für erste Investitionen in den Haus­halt eingestellt, dazu 25.000 Euro für die zu gründende GmbH und 10.000 Euro für die Schaffung der Organisationsstruktur, erklärt Käm­merin Angelika Hans.

 „Bis jetzt war ja alles Theorie, nun beginnt die Praxis. Hans-Ludwig Richter Bürgermeister

 Ganz wichtig sei der erfolgreich hin­ter der Stadt liegende Tag der Sach­sen, da sind sich alle einig. Die Erfah­rungen, die geknüpften Kontakte - darauf könne man nun aufbauen. Und es verschaffe etwas innere Ru­he, zu wissen, dass man sich etwas zutrauen kann, die Stadt eine gewis­se Stärke in der Organisation hat, sagt Richter.

Was für die Oelsnitzer so wichtig ist, hat für die Entscheidung des Ka­binetts keine Rolle gespielt, betont Frank Meyer, der Sprecher des Um­welt- und Landwirtschaftsministeri­ums. Der Sachsentag sei kein Ent­scheidungskriterium, ebenso wie die Region keine Rolle gespielt habe. Es sei streng nach fachlichen Kriteri­en beurteilt worden. „Oelsnitz hat das beste Konzept geliefert."

Dieses stammt von der Kommu­nalentwicklung Mitteldeutschland GmbH (KEM) mit Sitz in Dresden. Ein Landesgartenschau-Konzept zu erstellen, war für die KEM eine Pre­miere. Dass diese nun gleich von Er­folg gekrönt wird, hat KEM-Proku­rist Lutz Uhlig „riesig gefreut". Man habe viel Herzblut in das Projekt ge­steckt. Uhlig spricht von einer loh­nenden Aufgabe für Oelsnitz.

Das aktuelle Projekt baut auf das Konzept auf, mit dem sich Oelsnitz schon einmal für eine Landesgarten­schau bewarb - für die im Jahr 2009. „Viel mehr Kreativität" sei in das jetzt erfolgreiche Konzept gesteckt, das Potenzial des Gebietes „super he­rausgeholt" worden, sagt Jens Barni­ckel.

Während in Oelsnitz der Sekt fließt, muss die Nachbarstadt eine Hoffnung begraben. Auch Lugau hatte sich für das grüne Ereignis be­worben. „Natürlich sind wir trau­rig", gibt Bürgermeister Thomas Weikert (Linke) zu. Aber Lugau füh­le sich trotzdem nicht als Verlierer. „Wer sich einem Wettbewerb stellt, der muss auch damit rechnen, nicht als Sieger hervorzugehen. Unser Glückwunsch gilt den Oelsnitzern."

Weikert sieht durchaus Positives in der Bewerbung, die zwar letztend­lich nicht erfolgreich war, aber „ein starkes Wir-Gefühl in der Stadt" ge­schaffen habe. Das sei für einen Bür­germeister eine gute Erfahrung und auch Ansporn für zukünftige Aufga­ben. Und noch etwas ist für das Lu­gauer Stadtoberhaupt klar: „Selbst­verständlich werden wir unser Kon­zept überarbeiten und uns dann für 2018 wieder bewerben." In der Zwi­schenzeit arbeite man weiter an der „Grünen Mitte" für die Stadt.


 „BLÜTENTRAUME - LEBENSRÄUME" ist das Motto der Oelsnitzer Bewerbung. Die Gar­tenschau wird sich auf rund 15 Hektar über das Bahnhofsgelände und das dortige Teich­Areal erstrecken. Es wird in vier Bereiche un­terteilt: den Abrollberg, den Gleispark die Teichlandschaft und den Bahnhofswald. Die Hauptzugänge sollen sich am Bahnhofsge­bäude und am Haltepunkt Bahnhofstraße be­finden.


„ Oelsnitz ist in aller Munde"

Wolfgang Prautzsch, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Bahnhofstra­ße, der die ansässigen Gewerbetrei­benden vereint, reagiert verschmitzt: „Freilich habe ich damit gerechnet. Wir haben uns doch durch den Tag der Sachsen dafür qualifiziert." Und er freut sich: „Da passiert etwas, es wird gebaut und Oelsnitz ist wieder in aller Munde."

 Susanne Popp, Designerin und Gale­ristin: „Das ist saustark. Ein bisschen hatte ich damit gerechnet. Wir haben mit dem Tag der Sachsen immerhin bewiesen, dass wir verlässlich sind." Der spontanen Freude folgen sofort konkrete Ideen: „Wir haben so schöne Hügel, da wäre es cool, eine Außenin­stallation zu machen, richtig farbig und knallig. Ich werde mir was über­legen und vorschlagen. Auch einen Künstlerischen Spaziergang durch Oelsnitz kann ich mir vorstellen."

 Jan Färber, Chef des Bergbaumuse­ums: „Das ist für die Region eine wunderbare Sache und eine gute städtebauliche Chance für die vom Steinkohlenbergbau geprägte Stadt. Gerade der Bahnhof war ja ein riesen­großer Umschlagplatz für die Stein­kohle und die Brachfläche dort ist vom Bergbau gezeichnet. Und natür­lich erhoffen wir uns als Museum auch, dass die Gartenschau Anlass für einige Besucher ist, auch zu uns zu kommen." (czd/vh)

 


 

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Hans-Ludwig Richter

Bürgermeister von Oelsnitz

FOTO: A.TANNERT/ARCHIV

    

Bild oben: Das Daumendrücken der Oelsnitzer Knirpse hat geholfen. Ab heute wird das große Bewerbungsplakat ein „Danke“ schmücken.

FOTO: ANDREAS TANNERT

 Freie Presse 2. Februar 2011


 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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