Oelsnitz Erzgebirge

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Kohlebergbau

Praktisch bis hin in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts war das Chodauer Land eine ausschließlich landwirtschaftliche Gegend. Damals hat angefangen, zuerst nur als eine Randtätigkeit, die nur für einen unbeträchtlichen Teil der Bevölkerung deren Lebensunterhalt bestritten hat, Abbau und Verarbeitung von Eisenerzen. Diese Tätigkeit wird durch einige Orts­namen belegt - z.B. Eisenhof, Hammerleithen.
Ende des 18. Jahrhunderts haben die Leute angefangen die Kohle insbesondere beim Brunnenbau zu finden. An den ersten Kohlen­abbau in der Umgebung von Chodau erinnern bis heute seicht und oberflächlich durchhauten Strecken und Stollengänge, der sogenannten Bauerntagebau. Am deutlichsten ist diese Tätigkeit erkennbar im nördlichen Stadtbereich um den Garagen unter dem Pechberg oder auch Pechhügel. Der erste systematische Abbau der schwefelkiesträchtigen Schichten wurde in der Umgebung der Gemeinde Mírová / Münchhof im Zusammenhang mit der Produktion der rauchbildenden Schwefelsäure (Oleum), des Alauns und des Eisen- und Kupfervitriols im lokalen Mineralbetrieb begonnen. Dieser wurde in den Jahren 1785 - 1787 gegründet, im Betrieb war er jedoch nur kurz. Erst im Jahre 1799 hatte man hier wieder mit der Herstellung des Alauns begonnen.
Der Betrieb wurde im Jahre 1838 samt der Grube Anton de Padua vom Industriellen Johann David Edler von Starck gekauft. Unter seiner Leitung hat der Betrieb in Mírová / Münchhof jährlich bis zu 200 Tonnen von Alaun produziert und für eigenen Bedart hat man in den Berg­ werken Anton de Padua und Norberti bis zu 13000 Tonnen Kohle abgebaut. Die Kohlen­ Überschüsse hat J. D. Edler an die Porzellan­ werke in der Umgebung verkauft. Bis zumJahre 1870, wann die Buschferater Eisenbahn / Buštĕhradská dráha (die Eisenbahnverbindung aus Prag über Komotau und Karlsbad nach Eger, durch Chodau führend), waren die hiesigen Bergwerke nur auf lokalen Kohlenabsatz ange­wiesen. Deswegen gehörten die Gruben an die Einzelnen und man hatte die Kohle nur primitiv gefördert. Im Zusammen mit dem Aufbau der Eisenbahn entstanden in Chodau auch neuartige Zechen, die von großen Tagebaugesellschaften gebaut wurden. Der größte hiesige Förderbetrieb (Gewerk) war der" Förderbetrieb Gustav auf dem Goldberg", der am 1. Juli 1928 einen umfangreichen Grubenbesitz im Chodauer Land kaufte. Unter die bedeutenden Gesellschaften, welche die hiesigen Zechen betrieben haben, gehörten die „Bergwerk- und Industriebetriebe" (früher Johann David Starck) sowie die Gesellschaft „Duxer-Bodenbacher Bahn / Duchcovsko­Podmokelská dráha".
Die Förderung verlief in einer ganzen Reihe von Bergwerken: Zeche Norberti in Mírová / Münchhof (gegründet 1848), Zeche Anton de Padua in Mírová  / Münchhof (gegründet vor 1848), Grube Richard nahe dem Chodauer Bahnhof (gegründet 1886), Grube und Kohlenbruch Laurenz (seit 1857), Grube Josef­August in Mírová / Münchhof (gegründet vor dem J. 1889), Grube Friedrich in Mírová / Münchhof (gegründet vor dem J. 1889), auf dem Gebiet der Stadt Chodau der Untertagebau Heinrich I, Grube Franz (1918 - 1930) und Grube Erika (seit 1941). Südlich von Chodau in der Richtung zur Gemeinde Chranišov / Granesau haben zwei Tagebau­werke gefördert - Prokopi, Hermann - Maria und eine Reihe von weiteren kleineren Gruben. Die Zeche Richard war die größte und tiefste Tiefgrube in diesem Gebiet. Nach ihrem Abbau war die Grube im Jahre 1924 stillgelegt. Die Fördergrube wurde nur durch Balkenwerk abgedeckt und überlagert und mit Erdreich zugeschüttet. Diese Weise der Grubenstillegung ist sehr gefährlich. Dies hat sich im Jahre 1982 bestätigt, wann die Balken dermaßen verfaulten und vermoderten, daß auf dem Garten eines Familienhauses in der Nacht ein Teil des Erdbeer­beetes und eine Erholungsecke samt Tischen und Stühlen in die 90 Meter Tiefe versunken sind. Im Zusammenhang mit der Unmenge der geg­ründeten Gruben und der Notwendigkeit deren Ausrüstung gründete im Jahre 1883 Karl Gasch in der Nähe des Chodauer Bahnhofs eine Maschinenwerkstätte mit einer Gießerei und hat an die Bergwerke die erforderlichen Technologien geliefert. Dieser Maschinenbaubetrieb hatte da­mals Arbeitsplätze für 300 Leute gebildet.
Mit der Entwicklung des Kohlentagebaus und der daran anschließenden Industrie wuchs die Anzahl der Arbeitsplätze und dadurch auch die der Bevölkerung. Um das Jahr 1850 hatte Chodau knappe ein tausend Einwohner, wäh­rend im Jahre 1930 waren es an die knappen sechs tausend. Aus dieser Einwohnerschaft haben in der Landwirtschaft bereits nicht Mal ein hundert Einwohner deren Lebensunterhalt bestritten. Nach dem Zweiten Weltkrieg ist die Einwohnerzahl wieder gestiegen im Zusammen­hang mit der Eröffnung der großen Kohlenbrüche Družba und Jiří und auch im Zusammenhang mit dem Aufbau der Aufbereitungsanlage für Braunkohle in Vřesová / Doglasgrün.

(Aus Broschüre "Město Chodov", Ausgabe 2001)
 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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