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Steinkohlenwald: Herzstück der Dauerausstellung

Bergbaumuseum um eine Attraktion reicher!einweihungrundbau002

„Rundbau" entführt in eine ferne Vergangenheit

VON ARIANE GRUND

Oelsnitz. Die übermannshohen Bäume lassen kaum einen Strahl Licht auf die Erde. Ganz winzig kommt sich hier der Besucher vor, der umgeben von den unbekannten Riesen rund 300 Millionen Jahre in die Erdgeschichte zurück reist. Just in jene Zeit, als Wälder dieser Art unseren Kontinent bedeckten. Ab morgen ist das Bergbaumuseum um eine Attraktion reicher: Das Herz­stück im sanierten und nun eröffne­ten „Rundbau" ist eine Daueraus­stellung zur Entstehung der Stein­kohle mit der Nachbildung eines Steinkohlenwaldes.

„Anhand fossiler Funde aus den Gruben im Zwickauer und Oelsnit­zer Revier wurde der begehbare Steinkohlenwald nachgestaltet und inszeniert", sagt Museumsleiter Jan Färber. Dazu hat man in den zu­rückliegenden Monaten einen Großteil der Fundstücke analysiert, anschließend Nachbildungen der Pflanzenwelt geschaffen und in ei­ner Art riesigem Puzzle vor Ort zu­sammengesetzt. Bäume, Farne und Gräser lassen den Bewuchs im Zeit­alter des Karbon eindrucksvoll erah­nen. „Vor 300 Millionen Jahren herrschte auch in unseren Breiten feuchtwarmes Klima, in dem neben Schuppen- und Siegelbäumen auch baumhohe Farne und Schachtelhal­me gediehen. Diese und andere Pflanzen bildeten die Ausgangsstof fe der Steinkohle", erläutert der Mu­seumsleiter.

Weiterhin kann der Besucher die geologischen Bedingungen, unter denen die Steinkohlenflöze in den Sächsischen Steinkohlenrevieren entstanden, erkunden. „Versteine­rungen von Bäumen, Abdrücke von Farnen und natürlich die Steinkoh­le selbst blieben uns als Zeugen die­ses so genannten Inkohlungsprozes­ses", sagt Jan Färber. Der Schwer­punkt des Oelsnitzer Museums sei gegenwärtig auf die Technikge­schichte ausgerichtet, erläutert der 32-Jährige. Seinen Worten zufolge sollen künftig sozial- und regional­geschichtliche Aspekte des Zwi­ckau-Oelsnitzer Steinkohlenreviers stärker in den Mittelpunkt gerückt werden. Dazu bietet der wiederer­öffnete „Rundbau" nun die besten Voraussetzungen. „Geplant ist bei­spielsweise eine Ausstellung, die die Hohenstein-Oelsnitzer Überland­bahn thematisiert", gibt Färber ei­nen Ausblick.

Am Wochenende wird das frühe­re Verwaltungsgebäude des Karl­Liebknecht-Schachtes erstmals nach der Sanierung und erstmals seit 1990 für die Öffentlichkeit zu­gänglich sein. Es beherbergt nun auch Räume, die man für Tagungen und Feiern mieten kann. Im einsti­gen Speisesaal der Bergleute, der un­ter denkmalpflegerischen Aspekten wiederhergestellt wurde, ist eine Fo­toausstellung über die Bauarbeiten im Rundbau zu sehen. Diese began­nen 2009 und kosteten insgesamt 2,1 Millionen Euro, davon fast 700.000 Euro Fördermittel.


Foto: Marketing-Mitarbeiterin Carmen Bindrich und Museumsleiter Jan Färber begutachten den nachgestalteten Steinkohlenwald. Die Bäume sind zwi­schen fünf und sechs Meter hoch.         -FOTO: ANDREAS TANNERT

FP 22. Oktober 2010


Museales Wissen zum Anfassen

Eröffnungsprogramm

Am Eröffnungswochenende hält das Bergbaumuseum Oelsnitz ne­ben dem Einblick in alle Räume zahlreiche zusätzliche Angebote bereit: Es gibt Mineralien zu be­staunen, Kinder fertigen den fossi­len Abdruck eines Farnwedels, und die ganze Familie kann bei ei­ner Museumsrallye durch die neue Ausstellung ihr Wissen über die Entstehung der Steinkohle und das Zeitalter des Karbon tes­ten. Ein Höhepunkt des Sonntags ist die Aufführung des Theater­stücks „Die Schachtziesch er­zählt". Oelsnitzer Schüler führen das Stück 15 Uhr im historischen Speisesaal des Rundbaus auf.

Geschichte des Museums:

Der Karl-Liebknecht-Schacht (bis 1946 Kaiserin-Augusta-Schacht) wurde 1971 stillgelegt. Ab 1976 bauten traditionsbewusste Berg­leute das Museum auf. Nach zehn Jahren Beräumungs-, Aufbau- und Gestaltungsarbeiten konnte es 1986 eröffnet werden. Pro Jahr zählt die Einrichtung etwa 25.000 Besucher. Seit 2000 ist das Außen­gelände saniert, im Jahr 2005 wur­den die Planungen für eine Erwei­terung des Museums mit dem 1939 errichteten Rundbau in An­griff genommen.


 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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