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Der Plauensche Grund

Der Plauensche Grund erstreckt sich entlang der Weißeritz von Freital-Hainsberg bis an den westlichen Dresdner Stadtrand. In seinem südwestlichen Teil befindet sich eine im Rotliegenden mit mehreren hundert Metern mächtigen Sedimeten aufgefüllte Mulde, mit einer Ausdehnung von 22 mal 6 Kilometern. Diese wird Döhlener Becken genannt. In ihr gibt es sieben, oft tektonisch stark gestörte Steinkohleflöze, von denen drei begrenzt abbauwürdig waren. Insgesamt wurde im Döhlener Becken Steinkohle auf einer Fläche von etwa 27 Quadratkilometern abgebaut.
Die Entwicklung des Kohlebergbaus vollzog sich von einem grundherrlich-bäuerlichen über privat­kapitalistischen und landesherrlichen zum staatlichen Bergbau.  Die Steinkohle, als Ersatzbrennstoff für Holzkohle, führte seit dem 18. Jahrhundert zu einer Vielzahl von Versuchen zu ihrer Nutzung.  Die größte wirtschaftliche Bedeutung besaßen im 19. Jahrhundert der Bergbau des königlichen Steinkohlewerkes Zauckerode und des Freiherrlich von Burgker Steinkohlen- und Eisenhüttenwerkes. Der später unter veränderten Betriebsformen betriebene Steinkohlebergbau kam 1959 auf dem Stadtgebiet Freital vollständig zum Erliegen. Uranhaltige Steinkohle war nach 1946 auch das Ziel einer vom ehemaligen Steinkohlebergbau getrennten bergmännischen Gewinnung durch die SAG/SDAG Wismut. Dieser Bergbau wurde bis 1989 vor allem im nordöstlichen Gebiet des Döhlener Beckens bei Dresden-Gittersee/Bannewitz, zuletzt unter dem Namen
„Willi Agatz" betrieben.

Technische und technologische Entwicklungen mit beachtlichen innovativen Leistungen:

- Die Anlage eines zentralen Kunstschachtes in Döhlen war ein erster Schritt einer effektiven Wasserhaltung.  Bereits unmittelbar nach der Übernahme der Grube durch den Landesherrn hatte man acht Lichtlöchern und im Gegenortbetrieb aufgefahrene Stolln wurde erst mit dem Döhlener Kunstschacht, später mit dem Grubenfeld von Zauckerode durchschlägig. Er war 6,5 Kilometer lang. Unmittelbar nach seiner Fertigstellung wurde 1817 ein weiteres Stollnprojekt begonnen, der Bau des 5,7 Kilometer langen Tiefen Elbstollns von Dresden Cotta nach Zaukerode. Dieser Stolln konnte 1836 fertig gestellt werden. Ursprünglich war im Tiefen Elbstolln eine Förderung der Kohle mit Kähnen, später mit Hunter bis zur Elbe geplant. Durch einen Ausbau der Infrastruktur im Plauenschen Grund erübrigten sich diese Pläne.
- Bau der ersten Dampfmaschinen seit dem Jahr 1820 unter dem Maschinendirektor Christian Friedrich Brendel.
- 1829 die Inbetriebnahme der ersten Zweizylinderdampfmaschine auf dem 6. Lichtloch des Tiefen Elbstollns.
- 1810 durchgeführte Versuchen zur Einführung einer nassmechanischen Kohlenaufbereitung, die zehn Jahre später zum Bau der ersten Kohlenwäsche führten.
- 1823 begann man in Burgk mit der Verkokung von bisher ungenutzter Feinkohle in Bienenkorböfen, seit 1828 arbeitete ein kleines Gaswerk zu Beleuchtung der Betriebsanlagen und des Schlosses.
- Im Jahr 1826 gab es erste Versuche zur Herstellung von Gusseisen, die zwei Jahre später mit Gründung der König Friedrich August Hütte vorläufig einen erfolgreichen Abschluss fanden.
- 1840/41 ging hier der erste Kokshochofen Sachsens in Betrieb.
- 1836 wurde beim Fortunaschacht mit Dampfkraft gefördert. Bemerkenswert waren soziale Einrichtungen, so 1827 eine Bergschule, 1844 eine Kinderbewahranstalt und ab 1857 ein Werkskrankenhaus.
Seit Mitte des 18. Jahrhundert stieg die Bedeutung von Steinkohle zum Heizen von Wohngebäuden. Die Förderzahlen im Döhlener Becken stiegen vom Anfang des 19. Jahrhunderts in den folgenden 50 Jahren um mehr als das Zwanzigfache.

Der Ausbau von Produktionskapazitäten schuf wieder neue Arbeitsplätze:

- Erste sächsischen Dampfkesselfabrik (1829)
- Bau einer Ziegelei (1799)
- Erste deutschen Glashütte (1818) auf der Basis von Steinkohlefeuerung.
- Errichtung einer Königlichen Töpferei (1829), in der das Abfallprodukt Tonmergel verwendet wurde.
- Kohle nutzte man ebenfalls in den umliegenden Kalkwerken zur Herstellung von Branntkalk.
- 1855 erfolgte Gründung der sächsischen Gussstahlfabrik bildete den Ausgangspunkt für das heutige Freitaler Edelstahlwerk.

- Bereitstellung von Wohnraum. Deshalb kam es zur ständigen Ausdehnung der umliegenden Dörfer und zur Anlage von neuen Bergmannssiedlungen, wie beispielsweise Unterweißig oder Burgk. Bedingt durch die Industrialisierung entwickelten sich die kleinen Dörfer zu großen Industriegemeinden. Anfang des 20. Jahrhunderts war Deuben mit 13.000 Einwohnern die zweitbevölkerungsreichste Landgemeinde Sachsens. Damit war die um 1920 erfolgte verwaltungsmäßige Zusammenfassung der Orte Deuben, Döhlen, Potschappel, Zauckerode, Birkigt und Burgk zur Stadt Freital folgerichtig.
Der Kohlebergbau im Plauenschen Grund galt stets als gefährlich. Bei einem Wassereinbruch 1808 ertranken neun Bergleute und bei einer Schlagwetterexplosion 1839 verunfallten sechs Bergleute tödlich. Diese tragischen Unfälle standen aber weit im Schatten der großen Schlagwetterexplosion im Neuhoffnungs- und Segen Gottes Schacht am 2. August 1869 infolge ungenügender Bewetterung. In den betroffenen beiden Grubenanlagen kamen 276 Bergleute ums Leben, lediglich fünf konnten sich in Sicherheit bringen. Erschütternde Mitteilungen und Nachrichten an die Hinterbliebenen fanden sich bei der Bergung der Toten unter Tage. Eine groß angelegte Spendenaktion erbrachte für die Witwen und Waisen, insgesamt 1200 Hinterbliebene, die riesige Summe von 392.000 Taler. Heute erinnert an dieses Unglück das Windbergdenkmal mit den Namen aller verunglückten Bergleute.

Seit 1946 ist im Herrenhaus des Rittergutes Burgk das Freitaler Heimatmuseum unterge­bracht. Die Geschichte des Bergbaus kann hier in einer sehenswerten Bergbauschauanlage, einem Freilichtkomplex sowie im Museum studiert wer­den. Das größte Baudenkmal des Steinkohleberg­baus im Plauenschen Grund ist das Ensemble mit Malakoff-Förderturm (1886) am Marienschcht in Dresden Gittersee.

(Textauszüge aus "Alles kommt vom Bergwerk her")








"Dorothea", die erste elektrische Grubenlok der Welt 1882








Das Edelstahlwerk 8. Mai 1945 war in der ehemaligen DDR  der größte Arbeitgeber des Kreises Freital. Heute besteht das Unternehmen als BGH Edelstahl Freital GmbH fort.






In Freital-Burgk befindet sich das 2003 umgesetzte Fördergerüst des ehema- ligen Bergbaubetriebes "Willi Agatz" Dresden-Gittersee.
Der Segen-Gottes-Schacht der Burgker Steinkohlen- werke ist einer der Un- glücksschächte der Schlagwetterexplosion von 1869. Am gleichen Ort erinnert ein Denkmal an die 276 Todesopfer.
 
 
Auf den Spuren des Steinkohlenbergbaus im Freistaat Sachsen

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Silberstraße ab sofort online erreichbar

Tourismus Ferienstraße wurde bis nach Böhmen erweitert

Ahomepage-silberstr001nnaberg-B. Die Sächsisch-­Böhmische Silberstraße wird nunmehr nicht nur mit dem neu erschienenem Katalog „Glück Auf im Erzgebirge 2012" bewor­ben, sondern kann ab sofort auch im Internet unter www.silberstrasse.de beschnuppert wer­den, teilt der Tourismusverband Erzgebirge (TVE) mit. Dieser In­ternetauftritt wurde vom Touris­musverband im Rahmen des Ziel 3-Projektes „Aufbau und Ver­marktung der Sächsisch-Böhmi­schen Silberstraße" ganz neu ge­schaffen, um besonders der wachsenden Bedeutung des In­ternets gerecht zu werden und so die Vermarktung der ersten sächsischen Ferienstraße auf dem neuesten Stand weiter vor­antreiben zu können.

Neueste Entwicklungen wie Print- und online-Medien zu integrieren, wurden ebenfalls beachtet. Da­mit findet der User im Internet ebenfalls die Einrichtungen, die am Bergbaukatalog „Glück Auf im Erzgebirge 2012" teilneh­men. Anders herum ist es auch möglich, den Katalog im Internet durchzublättern, auszudrucken oder beim TVE zu bestellen.

„Es wird in Zukunft immer wichti­ger, ein stringentes Marketing zu gewährleisten, in dem sich Print- ­und online-Maßnahmen nicht ausschließen, sondern im Ge­genteil ergänzen und verstär­ken", bringt es Veronika Hiebl, Geschäftsführerin des TVE, auf den Punkt. Wichtig ist vor allem auch die grenzübergreifende Vermarktung. Sie spielt insofern eine große Rolle, da die Säch­sisch-Böhmische Silberstraße ebenfalls innerhalb des Ziel 3­-Projektes nach Böhmen hin er­weitert wurde. So sind die tsche­chischen Städte Bozi Dar, Jachy­mov und Ostrov engagierte Part­ner der deutschen Seite, für die sich besonders die Gemeinde Bad Schlema sowie die Städte Oelsnitz i.E., Aue, Annaberg­Buchholz und Freiberg einset­zen. Es ist also nur konsequent zu Ende gedacht, wenn die Web­seiten auch in Tschechisch und Englisch nutzbar sind.  ru/pm

 

BLICK Seite 5 • 25. August 2012
Bild: Veronika Hiebl